Kritik an der Zucht

Kritik an Rassekatzen richtet sich oft genau genommen eher an die Zucht an sich. Kritikpunkte sind zum Beispiel, dass Katzen  „produziert“ werden, wo doch die Tierheime voller Katzen sind. Oft geht das auch mit der Botschaft einher, dass damit viel Geld verdient werde, was in den meisten Fällen in der Katzenzucht nicht zutreffend ist. Rassekatzen hätten auch keinen "sinnvollen Nutzen", wie Hunde es haben, oder viel mehr einmal hatten. Zudem sind Katzen Symbole der Freiheit, die man nicht einsperrt. Ganz zu schweigen von der Qualzucht, die vermeindlich mit Zucht einhergeht. Die Liste der Gründe könnte noch lange fortgesetzt werden.

Informieren Sie sich!   Hier geht es zu PeTA

 

Vorurteile - Überlegungen:

 

Züchter sind an den vielen Tieren im Tierheim schuld!

  • Die Katzen in Tierheimen sind weit überwiegend - genaue Zahlen sind nicht zu bekommen- keine Rassekatzen. Es ist deshalb auch nicht gegeben, dass Katzenzucht zur Problematik der vielen Katzen in Tierheimen maßgeblich beiträgt. Dass sie einen Teil ausmachen, ist damit nicht bestritten! Um jedoch dieses Problem grundlegend zu lösen, wäre eine generelle Kastrationspflicht und Besitzregistrierung (Chip) dringend nötig. Ich kenne keine ZüchterInnen die dem nicht zustimmen würden. Zunehmend geben (gute) Züchterinnen und Züchter ihre Kitten auch nur früh-kastriert an Liebhaber, um eine leichtfertige Vermehrung auszuschließen. Sehr zu empfehlen!

Besser eine Tierheimkatze als eine vom Züchter.

  • Der Wunsch nach einer Rassekatze lässt sich mit einer Hauskatze nicht nur bedingt befriedigen und umgekehrt. Es ist der Wunsch nach etwas Besonderen, wie wenig rational dies auch sein mag.  Dieses Bedürfnis kennen wir wohl alle in mancherlei Form. Moralisch ist dieser Wunsch nicht gegen andere Wünsche dieser Art abzuwägen. Somit ist Katze eben nicht gleich Katze und damit die Katze aus dem Tierheim nicht wirklich ein "Ersatz" für eine Rassekatze, welche ab dem Kittenalter bei den Besitzern aufwächst und lebt.
  • Leider kann man einen "Platz" für eine Katze bei einem Katzenhalter aber nur einmal vergeben. Also konkurrieren Züchter, Tierheime, der Bauernhof und wer sonst noch Kitten anzubieten hat, um diese Plätze. Manches "bashing" erklärt sich durch diesen Umstand.

Falls Sie sich vor die Entscheidung gestellt sehen, sich für das Eine oder das Andere entscheiden zu müssen. Es sei ihnen gesagt, dass eine Katze allein zu Hause nicht die beste Lösung ist. So können Sie vielleicht beides tun. Rassekatze und eine Katze aus dem Tierheim. Den Katzen ist das ohnehin egal. Und wenn sie die Rassekatze ausstellen wollen, nehmen sie die Hauskatze einfach mit. Sie werden sehen, sie wird am Ende mehr Pokale haben als die Rassekatze!

Züchter sind eigentlich überflüssig

  • Rasse gibt es nicht ohne Züchter. Selbst bei "Mischlingen"  wird oft auch immer gerätselt, welche Rassen denn mitgemischt haben. Besonders bei Hunden. Es ist selbst bei Mischlingen sinnvoll zu wissen was drin steckt. Denn Zucht beeinflusst auch den Charakter der Tiere.
    • Zucht bedeutet auch, dass gewünschte Eigenschaften (Verträglichkeit, Offenheit usw.) gefördert werden. Es gäbe die Hauskatze nicht, sondern nur die wilde Falbkatze und wir würden noch mit Wölfen leben.

Züchter tun den Tieren nicht gut, es geht bei denen nicht ums Tier sondern ums Geschäft.

  • Katzenzucht im üblich praktizierten Rahmen ist wirklich keine Goldgrube! Die Gesundheitsvorsorgen der Zuchttiere, der ganze Aufwand für die Zucht sowie die Aufzucht der Kitten kostet einiges an Geld. Gehen Sie mal auf eine Katzenausstellung. Nach Reichtum sieht es da nicht eben aus.
  • Ja, es gibt auch schlechte Züchter. Aber auch viele Gute! Und nicht jede Katze die nach einer Rasse aussieht, stammt von einem Züchter. So genannte "Schwarzzüchter" sind "Vermehrer" und nicht in dem Sinne Züchter.
  • Es ist auch nicht gerecht, wenn Missstände in einer Zucht- die es ja wirklich zu Genüge gibt- auf die Zucht als Ganzes generalisiert wird. Oft steht dahinter ein ganz individuelles Schicksal und/oder Versagen. Dem stehen jedoch auch Züchter gegenüber, die verantwortungsvolle, gute Zuchtarbeit leisten.

Rassekatzen haben kein so schönes Leben wie es eine "freie" Hauskatze hat.

  • Nein, eine Katze braucht nicht unbedingt Freigang. Bei Rassekatzen riskiert man, dass diese gestohlen werden. Das Leben als Freigänger ist sehr riskant: Abschuss, Überfahren, Vergiftet, Infiziert mit übertragbaren Krankheiten und was es nicht noch alles an Risiken gibt. Zuchtkatzen im Freigang sind wegen der kontrollierten Verpaarung schon gar nicht möglich. Eine katzengerechte Wohnung reicht der Katze- als territoriales Tier-  aus.

Zucht braucht es nicht.

  • Die Zucht von Rassekatzen ist keine neue Erscheinung. Sie ist einige hundert Jahre alt. Sie ist nicht Ausdruck einer maßlosen Konsummentalität und Unmoral!
  • Und worüber noch nichts gesagt ist, Zucht bringt auch etwas! Nicht nur wird eine Rassekatze von ihrem Aussehen die Erwartung erfüllen, sie wird auch bezüglich ihres Charakters als menschenbezogenes Haustier geeignet sein und im besten Falle und so weit möglich, genetisch gesünder.

Wenn Sie sich allerdings für eine erwachsene Rassekatze interessieren, einer Katze in Not helfen wollen, den hohen Anschaffungspreis eines Kittens nicht aufwenden möchten (Wobei für die Versorgung inkl. gutem Futter, Tierarzt etc. immer Geld in der Haushaltskasse übrig sein muss.) und auch keine Zuchtambitionen haben, dann finden Sie mit etwas Geduld sicher ihre (Traum-) Rassekatze auch im Tierheim!

 

Tierheime in der Schweiz hier Klicken

Tierheime in Deutschland hier klicken

Autor: T.Eckhardt