Das Richten von Katzen

Es werden verschiedene Formen von Richten unterschieden. Traditionell am Tisch, das Ringrichten, in England ohne Publikum durch die Käfigreihend gehend und Kombinationen davon.

Allen gemeinsam ist die eigentliche "Aktion" welche das Richten ausmacht, nämlich der Vergleich des Tieres mit dem Standard sowie der Vergleich der Tiere untereinander. Dabei ist es zudem der Anspruch, alle sichtbaren und tastbaren "Fehler" wie zum Beispiel Deformationen (Knickschwanz) festzustellen.

Die Standards der Rassen selbst, sind deskriptive Beschreibungen des Phänotyps, beinhalten also keine "Maßangaben". Mit den allgemeinen Farbbeschreibungen, bilden sie "theoretische" Basis der Beurteilung.

Obwohl das äußere Erscheinungsbild beim Richten maßgeblich ist, müssen die Beurteilungen auch dem anzunehmenden Genotyp entsprechen, da die Festlegungen der Richter in die Standards einfließen. (Fortsetzung folgt)

Die Ausnahmen von der Regel!

Wie sie sehen, folgt die ganze Richterei festgelegten Regeln und Standards. Manchmal kommt es aber vor, dass eine Katze sich nicht an die Regeln hält. Na so was!

Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel, denn bei aller Züchterei sind und bleiben Katzen "Geschöpfe der Natur" und da muss man einfach mit "Besonderheiten" rechnen. Allerdings, entsprechen diese Besonderheiten - die ein bestimmtes Tier vielleicht erst besonders liebenswert machen -  nicht dem Standard, werden diese Besonderheiten beim Richten als "Fehler" bewertet.

Wird etwas auf einer Ausstellung als Fehler gewertet, ist das aber nicht die große Katastrophe! Zumindest solange die Gesundheit nicht betroffen ist! Es ist dann einfach kein Ausstellungstier, denn bei all den Ausstellungstiteln geht es primär um Schönheit (CAC= Certificat d’Aptitude au Championnat de Beauté), also die Anwartschaft auf den Schönheits-Champion.

Es ist dann nun mal so, dass das "Besondere" nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht, weil es eben besonders und damit nicht vergleichbar ist. Um aber das beste Tier auf einer Ausstellung zu finden, müssen sie vergleichbar, d.h. ohne (Schönheits-) Fehler (Besonderheiten) sein.

Relativ häufig fallen Farbfehler auf. Dazu gehören Beispielweise die weißen Kehlflecken (Medaillions), Fehler in der Farbverteilung, von der Sonne ausgebleichtes Fell usw..

Dazu kommen anatomische "Fehler" wie Gebißfehler, Knickschwanz, fehlerhafte Bein- und Fußstellungen usw.